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Der VEO unterstützt Positionspapier von „Fridays-for-Future-Osttirol“ für ein klimaschonendes Verkehrskonzept in Osttirol und Oberkärnten

 

Durch die aktuell wieder einmal propagierten Projekte „Plöckentunnel“, „Alemagna-Weiterbau über Osttirol“ und den „bahnparallelen Ausbau der B100 als Lückenschluss für die E66“, geraten Osttirol und Oberkärnten in Gefahr zu einem internationalen Transitkreuz mit extrem hoher Umweltbelastung zu werden. Im Programm 2021 bis 2027 von Interreg Central Europe soll unter dem Deckmantel der „Verbesserung der Erreichbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit ländlicher und peripherer Gebiete“ dem Straßenausbau, auch grenzüberschreitend Tür und Tor geöffnet werden. Diese Forderung von Interreg Central Europe widerspricht natürlich diametral der Alpenkonvention, dem „Green Deal“ und der Biodiversitätsstrategie der EU!

Für Osttirol wären der Ausbau der B100 oder gar die Errichtung der Alemagna oder ein Olöckentunnel in vielfacher Hinsicht verheerend:

Aufgrund der engen Täler sind nur 7 Prozent der Bezirksfläche besiedelbar. Da alle Haupttäler von der Alemagna betroffen wären, wären somit zirka 80 Prozent der Osttiroler Bevölkerung durch den Verkehrslärm und die Emissionen betroffen.
Schon bei den derzeitigen Verkehrsfrequenzen liegt aufgrund der geringen Durchlüftung und der Inversionslagen im Winter, eine hohe Schadstoff-Belastung (Feinstaub, Stickoxide, Ozon) im Bezirk vor. Zudem wirkt sich der Verkehrslärm besonders in engen Alpentälern viel stärker und weiter aus.

Nicht zuletzt wäre unsere wunderschöne Natur- und Kulturlandschaft und dementsprechend auch die direkt davon abhängigen und für die Region überaus wichtigen Wirtschaftszweige „Landwirtschaft“ und „Tourismus“, insbesondere der Qualitätstourismus in Form des „Naturtourismus“ nachhaltig durch Emissionen, Schadstoffe und Lärm stark beeinträchtigt.

 

Wir vom VEO sind der Meinung, dass es im Rahmen von Interreg Central Europe wesentlich bessere Alternativen gäbe, sich um „Völkerverbindung“ zu bemühen, etwa in Form von überregionalen klimaschonenden Verkehrskonzepten oder durch überregionale Naturschutzprojekte, Kulturveranstaltungen, Biolandwirtschaftsinitiativen und dergleichen.

Aus diesen Gründen hat sich der VEO entschlossen, das Positionspapier von „Fridays for Future-Osttirol“ für ein klimaschonendes Verkehrskonzept für unsere Region und ein Fahrverbot für Transit-LKW über 7,5 Tonnen auf der B100 zu unterstützen. Quell- und Zielverkehr aus bzw. in unsere Region sollen von diesem Verbot ausgenommen sein.

 

Ein erster Erfolg der Maßnahmen konnte bereits verzeichnet werden: ein Antrag zur Prüfung eines Fahrverbotes von LKWs über 7,5 Tonnen für die B100 wurde im Dezember 2020 im Tiroler Landtag eingebracht und einstimmig angenommen.

Wir haben aber auch die Gelegenheit wahrgenommen, gemeinsam mit zahlreichen Umweltorganisationen aus Osttirol und aus der italienischen Region Veneto, ein Feedback zur laufenden Revision der Leitlinien für die Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T) an die EU abzugeben, damit keine neuen alpenquerenden Transitachsen in die neuen Leitlinien aufgenommen werden.

 

Das Positionspapier von „Fridays for Future-Osttirol“ könnt ihr unter dem Link und das Feedback an die EU könnt ihr im folgenden Text nachlesen!

https://fridaysforfuture.at/media/pages/gruppen/osttirol/cd3ac2ba57-1608497582/positionspapier_lkwtransitstop.pdf

 

Mfg Renate Hölzl, Obfrau Verein Erholungslandschaft Osttirol